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Die Zeit ist heute reif, an Investitionen
auf der Zuckerinsel zu denken. Vor etwa zehn Jahren, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks
in Europa, hat die kommunistische Führung Kubas die Insel für Touristen geöffnet. Durch
das Ausbleiben der Vorzugspreise bei Rohöl-Lieferungen durch die UdSSR und diverse
Tauschgeschäfte (Zucker gegen Milch-pulver) versucht nun die Regierung um Fidel Castro,
ausländische Investoren zu finden. Diese sollen die fehlenden Devisen durch Einnahmen
unter anderem aus der Tourismusindustrie ersetzen. Der Tourismus hat den Zuckerexport
schon überholt und stieg zur Nummer eins in Sachen Devisenbeschaffung auf. Jahr für Jahr
entstehen in den für den Tourismus vorgesehenen Gebieten neue Hotels und Bungalowanlagen.
Teils werden diese durch kubanisch-ausländische Joint Ventures getragen.
Im Moment zieht die Regierung nicht in Betracht, wie in Osteuropa dem Kommunismus abzuschwören und eine kapitalistische Gesellschaft aufzubauen. Jedoch machte die kommunistische Regierung in den letzten paar Jahren Zugeständnisse, die darauf hinweisen, dass sie langsam vom Kommunismus in eine demokratische Regierungsform wechseln will:
Das Besitzen von US-Dollars wurde legalisiert.
Öffentliche vom Staat unabhängige Bauernmärkte wurden eingerichtet, um die landwirtschaftlichen Überschüsse an die Bevölkerung weiterzugeben.
Der Schwarzhandel mit den kubanischen Pesoscheinen wurde durch Cadeca-Schalter (Casa de cambio) ausgeschaltet.
Immer häufiger werden Geschäfte vorübergehend geschlossen und saniert, um dann als sogenannte Dollar-Shops der immer grösser werdenden Schicht von "Devisenbesitzern" zu dienen.
Lizenzen werden vergeben, um z.B. einen Paladar (Privatrestaurant im Familienbetrieb) zu führen, Taxi zu fahren oder Zimmer zu vermieten. Diese Lizenzen werden in US-Dollar verkauft, berechtigen aber den Besitzer auch, Dollars einzu-kassieren.
etc.
Doch eine solche
Umwandlung braucht seine Zeit, da man nicht von den kommunistischen Errungenschaften (bsp.
Schule und medizinische Versorgung für alle) ablassen will. Zusätzlich wollen die etwa
zwölf Millionen Einwohner Kubas auch mit dem nötigsten versorgt sein.
Der Tourismus in Kuba steckt noch in den Kinderschuhen. In den Touristikhochburgen wie
Varadero, Cayo Largo oder Guardalavaca, um nur einige zu nennen, wird der
Pauschaltourismus gefördert. Die Regierung will einerseits die Ausländer vom Elend der
Bewohner fernhalten; und andererseits sollen die Kubaner nichts vom Reichtum der Touristen
spüren.
Bis jetzt gibt es in Havanna fast nur Erstklasshäuser oder all-inclusive Clubs, die im
Arrangement mit Flug und Transfer pauschal gebucht werden. Diese Häuser sind teurer als
in anderen Karibikstaaten und halten nicht was sie versprechen.
Deshalb die Idee, in Cojímar, einem Vorort von Havanna, ein neues Hotelprojekt auf die
Beine zu stellen. Es muss den Anforderungen europäischer Kunden entsprechen, aber auch
eine preisgünstige Alternative zu den bestehenden Hotels sein. Angesprochen werden sollen
vor allem kulturell interessierte Leute, die nicht nur Badeferien in der Karibik
verbringen wollen. Denn Havanna, die mit über zwei Millionen Einwohnern grösste Stadt
der Antillen mit ihren zahllosen kulturellen Einrichtungen bietet viel mehr.