Erster Tag
La Habana: Ankunft
Ankunft mit einem Air France Jumbo Jet von Paris am Nachmittag auf dem Flughafen José Martí südlich von Havanna. Die Passkontrolle geht reibungslos, aber sehr langsam vorüber. Nach Gepäckübernahme Transfer nach Vedado, dem modernen Hotelviertel Havannas. Bezug der Privatunterkunft.
Zweiter Tag
La Habana: Erster Rundgang
Nach der ersten Nacht im modernen Stadtteil Vedado steht ein erstes Sightseeing zu Fuss auf dem Programm. Wir spazieren dem Malecón (Uferstrasse) entlang, Richtung Altstadt. An der Hafeneinfahrt vorbei mit seinen Zwillingsfestungen La Punta und El Morro führt uns die Promenade zur ältesten Festung Havannas, dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Castillo de la Real Fuerza. Über die Plaza de Armas erreichen wir die Plaza de la Catedral mit ihrer schlichten Kathedrale.
Weiter gehts über die Calle Obispo Richtung Westen. Diese Gasse ist die beste Einkaufsstrasse in der Altstadt. Wir überqueren die Plaza Central und gehen am Gran Teatro de la Habana vorbei zum Capitolio. Die Besichtigung führt uns in ein prunkvolles Gebäude, in dem unter anderem die auf der Welt drittgrösste Bronzestatue in einem Gebäude zu sehen ist. Das Kapitol wurde 1928 vom damaligen Diktator Gerardo Machado nach seinem grossen Vorbild in Washington erbaut. So verfügt es auch über zwei Parlamentssäle, die jeweils am Ende des linken oder rechten Flügels untergebracht sind. Dazwischen gibt es eine Reihe von Sitzungszimmern, die immer einem anderen Baustil aus Europa nachempfunden sind.
Der Fussmarsch zurück wieder dem Malecón entlang.
Dritter Tag
La Habana: Besichtigung der Festungen El Morro und La Cabaña
Mit dem Taxi geht es durch den Tunnel unter der Hafeneinfahrt hindurch zu der spanischen Hafenbefestigung El Morro. Durch einen schmalen Gang gelangen wir zum mächtigen Eingangstor und können mit der Besichtigung beginnen. Zuerst besteigen wir den 150 jährigen Leuchtturm, den Faro. Die Aussicht über die Bucht und auf die Stadt ist phantastisch. Ostwärts sieht man bis zur Retortensiedlung von Habana del Este.
In den ehemaligen Kasernenräumen und Truppenunterkünften ist ein Museum untergebracht. Es ist der Seefahrtsgeschichte und der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus gewidmet. Auf dem Dach stehen Kanonen aus verschiedenen Epochen, deren Zustand mehr als erbärmlich ist.
Das Mittagessen nehmen wir im staatlichen Restaurant Doce Apostoles ein. Das Essen war nicht schlecht, doch die Probleme kamen dann mit der Rechnung: Zuerst wollte uns der Kellner auch die Menus des Nachbartisches bezahlen lassen. Als wir ihn darauf aufmerksam machten, ging er mürrisch, um die Rechnung zu ändern. Zu unserer Überraschung stand da nun unter der korrekten Rechnung mit Bleistift geschrieben, dass wir noch einen Servicezuschlag von 10% zu bezahlen hätten. Unsere Nachfrage ergab, dass sie es immer so machten, dass es aber freiwillig ist, den Zuschlag zu berappen. Glück haben nur die, die spanisch sprechen!
Nach dem Essen spazieren wir nun Richtung der Festung La Cabaña. Die grösste aller Befestigungen von Havanna wurde nach dem Abzug der englischen Invasoren 1763 gebaut. Es ist ein riesiger Komplex mit Kapelle, Stallungen und Waffenplatz. Das Museum zeigt eine Ausstellung über die Festungsbauten in der Neuen Welt und eine Waffensammlung aus der ganzen Welt. Ernesto "Che" Guevara war nach dem Triumph der Revolution Befehlshaber der Festung. Seine Büros sind zur Besichtigung offen.
Jeden Abend um punkt neun Uhr wird der sogenannte Cañonazo, ein Kanonenschuss als Zeichen zur Stadttorschliessung, abgegeben.
Vierter Tag
La Habana: Museumsbesuche und weiterer Rundgang in Habana Vieja
Nach dem Fussmarsch durch die Strasse San Lazaro, einer Parallelstrasse des Malecón, erreichen wir das Museo de la Revolución, welches im ehemaligen Präsidentenpalast untergebracht ist. Die Ausstellung befasst sich mit der jüngsten Geschichte Kubas: Mit dem Sturz des Diktators Fulgencio Batista und der darauf folgenden Machtübernahme der Rebellen um Fidel Castro. Alles ist natürlich aus der Sicht der kommunistischen Führung gesehen. Hinter dem Palast befindet sich das Memorial Granma, wo das Schiff, mit dem Fidel und seine Gefährten von Mexiko her gekommen sind, in seinem Glasschrein ausgestellt ist. Ausserdem sind noch einige Fahrzeuge und Flugzeuge ausgestellt, die in die Revolutionswirren involviert waren.
Nach einem kurzen Spaziergang am Kapitol und an der Zigarrenfabrik Partagas vorbei, erreichen wir das Chinesenviertel, das eigentlich nur aus einer Strasse besteht. Wir entscheiden uns für eines der zahlreichen Restaurants und essen dort Huhn nach Cantoneser Art.
Auf der Plaza de la Catedral, gegenüber der Kathedrale, besuchen wir das Museum der Spanischen Kolonialzeit. Nicht wie erwartet sind Objekte aus der 400 Jahre währenden Kolonialzeit ausgestellt, sondern fast nur aus dem 19. Jahrhundert. Das Sammelsurium umfasst Vasen, Kerzen, Fenster, etc.
Den Rückweg mit einem Taxi von der Kathedrale aus.
Nachtessen in einem privat geführten Paladar in Centro Habana.
Fünfter Tag
La Habana: Aussichten Plaza de la Revolución - Friedhof
Nach dem Geldwechseln in der Bank des Hotels Habana Libre (3% Kommission auf Thomas Cook Traveller Cheques) fahren wir mit dem Lift in den 20. Stock, wo sich eine Aussichtsterrasse befindet. Von hier aus hat man einen schönen Ausblick über Centro Habana und bis zum Revolutionsplatz im Süden. Die Stadt, vor allem der Stadtteil Centro Habana, sieht aus dieser Höhe fast so aus, als ob sie einen kürzlichen Bombenangriff hinter sich hat.
Dann geht es weiter zum Hotel Nacional de Cuba, das auf einem Hügel an der Kreuzung Malecón und Calle 23 (La Rampa) liegt. Es hat zwei Schwimmbäder. Wir entscheiden uns für das bescheidenere: Man bezahlt keine Eintrittsgebühr und ist alleine. Einziger Nachteil: Gegen Abend verschwindet die Sonne früh.
Nach kurzem, erfrischendem Bad nehmen wir ein Taxi und fahren zur Plaza de la Revolución mit seinem José Martí-Denkmal.
Von dort aus ist es noch ein Katzensprung zum Cementerio Colón. Der grösste Friedhof Amerikas umfasst über 700 000 Grabstätten und Gräber.
Vor dem Abendessen nehmen wir noch einen Aperitif im 35. Stock (Restaurant La Torre) im Focsa-Hochhaus. Auch von da aus hat man eine wunderbare Aussicht über die Stadt. Im Westen sieht man bis zur 15 km entfernten Marina Hemingway.
Nachtessen wieder in Privatrestaurant, dieses Mal in Vedado.
Sechster Tag
Cojímar - Strand
Am Morgen Fahrt nach Cojímar, einem Fischerdorf im Osten Havannas. In der Villa Panamericana, gebaut für die Panamerikanischen Spiele 1991, verlassen wir das Taxi. Nach Glacéstärkung Erkundung der Villa. Man kann sich beim Anschauen der Gebäude nicht vorstellen, dass noch vor zehn Jahren Ziegen und Schafe hier geweidet haben. Es ist unvorstellbar, dass diese Wohnhäuser erst neun Jahre alt sind, so zerfallen ist alles schon.
Weiter geht es Richtung Meer. In der Bucht steht eine spanische Festung aus dem 17. Jahrhundert. Leider hat sich dort die Küstenwache eingenistet, eine Besichtigung ist unmöglich. Vor dem Morro de Cojímar steht das erste Ernest Hemingway gewidmete Denkmal. Hemingway seinerseits machte Cojímar mit seinem preisgekrönten Roman "Der alte Mann und das Meer" berühmt. Auch hatte er sein Schiff Pilar hier vor Anker.
Weiter in der Bucht liegt das Restaurant La Terraza de Cojímar, in welchem sich Hemingway oft aufhielt. Viele Fotos sind zu sehen, auch mit Fidel Castro, der den ersten Hemingway-Angelwettbewerb gewann.
Über Mittag fahren mit einem Taxi an den Strand, um ein wenig auszuspannen.
Wir kehren nach Cojímar zurück und essen dort in einem Paladar zu Abend.
Rückfahrt mit dem Bus Nr. 58 nach Vedado.
Siebter Tag
La Habana: Miniaturenmuseum Miramar Marina Hemingway
Morgens Besprechung, wie wir mit gemietetem Wagen eine Inselrundfahrt machen können.
Nach einem Brunch fahren wir mit einem Taxi zur Maquita de la Habana, wo es das wahrscheinlich grösste Modell einer Stadt zu bestaunen gibt. Ganz Havanna ist in diesem Pavillon im Massstab von 1:1000 aufgebaut. Die diversen Epochen sind in verschiedenen Farben dargestellt. So ist Havanna vor der Jahrhundertwende rot, die Zeit bis zur Revolution ocker und die Errungenschaften der Revolution elfenbeinfarben. Im Bau befindliches und Projekte sind in weiss gehalten. So erkennt man sehr gut, dass nach der Revolution fast nicht mehr gebaut wurde, sieht man von den schrecklichen Überbauungen in Habana del Este einmal ab.
Weiter geht es durch die Strassen von Miramar, wo die Reichen und Schönen vor der Revolution gelebt haben. Alles ist ein bisschen heruntergekommen, aber man kann sich das Leben der Fünfziger Jahre in dem nach amerikanischen Vorbild gebauten Villenvorort noch gut vorstellen. Neben der russischen Botschaft, ein Turm einem Schwert gleich, befindet sich der grösste Supermarkt Kubas. Früher hiess er schlicht Diplomercado, da nur Diplomaten Zutritt hatten. Die Auswahl ist bescheiden, doch findet man alles Nötige, wenn auch zum Teil zu überrissenen Preisen.
Vorbei an den Zwillingstürmen des Hotelkomplexes Neptuno-Triton, des neuen Meliá Habana und den Bungalows des Comodoro, fahren wir über eine baumbesäumte Allee nach Westen. Nach ca. 6 km erreichen wir die westliche Stadtgrenze Havannas, wo sich die Marina Hemingway befindet. Zu unserem Erstaunen liegen dort sehr viele amerikanische Schiffe vor Anker.
Den späten Nachmittag verbringen wir mit einem Rundgang um den Bahnhof. Kuba ist der einzige Staat der Karibik, der noch funktionierende Zugverbindungen hat.
Gegenüber des Bahnhofs sind noch die letzten Fragmente der Stadtmauer erhalten.
Achter Tag
La Habana - Soroa - Viñales - Pinar del Rio - La Habana
Gegen neun Uhr übernehmen wir unseren Mietwagen, einen Mitsubishi Lancer. Reservieren konnten wir ihn nicht; man sagte uns, wir sollten am Tag der gewünschten Übernahme nochmals vorbeischauen. Er ist nicht gerade billig, mit einer all-inclusive Versicherung kostet er 84 USD pro Tag. Das Benzin beläuft sich auf 75 Cents pro Liter fürs Regular und auf 90 Cents fürs Especial. Um allfällige Probleme auszuschliessen, mieten wir den Wagen vorerst nur für einen Tag. So können wir prüfen, ob er tauglich ist für die Fahrt quer über die Insel.
Die Fahrt geht nach Süden, Richtung Flughafen, wo die Carretera Central uns dann nach Westen bringen soll. Nach ca. 100 km, an Weiden, Zuckerrohr- und Reisfeldern vorbei, biegen wir nach Norden ab, um nach Soroa zu gelangen.
Soroa liegt in einem Bergtal. Wir besuchen den Orchideengarten, wo über 700 Arten gezeigt werden. Leider sind nicht viele in Blüte, da sie mehrheitlich in den Wintermonaten blühen. Die nette und aufmerksame Führung erklärt uns allerhand über die Blumen. Viele Pflanzen kennen wir als Zimmerpflanzen von Zuhause.
Nach Bezahlung eines weiteren Eintrittes machen wir uns auf den Urwaldweg hinunter zum Wasserfall von Soroa. Der Wasserfall stürzt mitten im Wald etwa 20 m tief. Unten sind Einheimische am fröhlichen Badeplausch.
Nun geht es zurück auf die Autobahn und weiter Richtung Viñales. Nach der Abzweigung geht es mitten in die Berge. Nach ca. 20 km erreichen wir das Hotel Los Jazmines, von wo man den besten Überblick auf das Tal von Viñales mit seinen Mogotes hat. Dieses Hotel ist für mich das schönstgelegene der ganzen Insel. Wir fahren durch das Städtchen Viñales hindurch und kommen zur Cueva del Indio. Circa 500 m geht man zu Fuss in die Höhle hinein und stösst auf einen unterirdischen Fluss. Dort wird man mit dem Boot quer unter dem Mogotehügel hindurch auf die andere Seite gebracht. Man wird an Souvenirständen vorbeigeschleust und gelangt via Landstrasse wieder zum Parkplatz. Nach kurzer Fahrt zurück Richtung Viñales erreichen wir die Cueva de Viñales. Der Eingang dieser Höhle wurde früher als Discothek genutzt, ist heute aber lediglich eine Snackbar. Auch hier kann man durch den Berg hindurch auf die andere Seite gelangen. Dort erwartet einen eine Ausstellung der Farben der Santería-Gottheiten.
Die Fahrt geht nun weiter nach Pinar del Rio, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Dort gibt es nicht viel zu sehen, nennenswert sind nur eine Tabakfabrik und das Theater.
Die Rückfahrt nimmt etwa 2½ Stunden in Anspruch, wobei man nachts mehr Zeit benötigt wegen der Schlaglöcher und der schlechten Beschilderung besonders vor Havanna.
Neunter Tag
La Habana Guamá - Schweinebucht Cienfuegos
Um neun Uhr sind wir bereit, den Mietvertrag des Mietwagens zu verlängern, um unsere Fahrt durch ganz Kuba in Angriff zu nehmen.
Durch den Tunnel hindurch gehts über den Primer Anillo bis zur Carretera Central. Wir fahren Richtung Jagüey Grande, wo wir uns in der Autobahnraststätte verpflegen.
Gleich daneben liegt der Abzweiger nach Guamá, wo uns eine Krokodilfarm erwartet. Die Farm ist relativ naturnah: Die Krokodile leben in Zuchtgehegen mit Weihern und grosszügigen Grünanlagen.
Weiter geht die Fahrt Richtung Süden, der Bahía de los Cochinos entgegen. Die Fahrt führt durch Sumpfgebiete. Die Schweinebucht mit dem Städtchen Playa Girón bietet nichts spektakuläres, ausser dem Museum Playa Girón, welches dem "glorreichen" Sieg gegen die Invasoren huldigt. Ausstellung sämtlicher Fotos und Gegenstände der gefallenen Helden, inklusive Geld und Besteck!
Nach langer Fahrt aufs Geratewohl Richtung Nordost und mehrmaligem Fragen von Passanten erreichen wir dann die Landstrasse, die uns nach Cienfuegos bringt. Nach Nachtessen im Restaurant des Palacio Valle Übernachtung im Hotel Jagua in Punta Gorda.
Zehnter Tag
Cienfuegos - Trinidad
Nach dem Morgenessen und einem kurzen Rundgang in Punta Gorda fahren wir zum vollständig restaurierten Parque Martí im Zentrum Cienfuegos. Die Besichtigung dauert mit Teatro Terry, Rathaus und Kathedrale ca. eine Stunde. Über den Prado, der von vielen schön renovierten Häusern gezäumt ist, erreichen wir nach dem Friedhof die Landstrasse, die uns nach ca. 70 km nach Trinidad bringt. Die Fahrt ist sehr reizvoll, zuerst schlängelt sich die Strasse fast wie bei uns in den Voralpen durch die Sierra del Escambray, später führt sie der Küste entlang.
Nach dem Einchecken im Hotel Las Cuevas oberhalb Trinidads machen wir einen ausgedehnten Spaziergang durch das wohl noch besterhaltene Kolonialstädtchen Kubas. Es gibt viele koloniale Kopfsteinpflaster-Gässchen zu sehen, auch Kirchen, Plätze, Museen etc. Gute Aussicht über die Stadt hat man auf dem Turm des Kolonial-Museums und dem Turm der San Francisco-Kirche.
Nachtessen im Hotel. Tip: die Discothek Las Cuevas in einer Höhle nahe des Hotels ist der Räumlichkeiten wegen eine der schönsten in Kuba, doch leider nur an Wochenenden gut besucht.
Elfter Tag
Trinidad Camagüey
Nach dem Morgenbuffet machen wir nochmals eine Runde in Trinidad und besuchen das Kolonial-Museum mit einer Aussichtsterrasse auf seinem Turm.
Gegen Mittag gehts weiter Richtung Camagüey. Nach ca. 12 km erster Stop auf einem erhöhten Aussichtspunkt, von wo man einen herrlichen Blick über das Valle de Ingenios hat. Nach weiteren 15 min Fahrt erreichen wir das ehemalige Anwesen der Familie Iznaga und besteigen den Sklaventurm neben dem Herrenhaus.
Weiterfahrt über Sanctí Spiritus nach Camagüey. Nach Erreichen des nächsten Etappenziels gestaltet sich die Suche nach dem Gran Hotel etwas schwierig wegen der schlechten Beschilderung durch die Einbahnstrassen. Die Zimmer sind schön eingerichtet und billig. Auch das Schwimmbad im Hof ist zu unserer Zufriedenheit sehr sauber. Wir essen im 5. Stock zu Abend, sehr billig und gut, dafür fast keine Auswahl.
Zwöfter Tag
Camagüey Santiago de Cuba
Nach dem dürftigen Morgenessen und grosser Wartezeit zum Bezahlen lassen wir uns von einem Hotelboy die Sehenswürdigkeiten Camagüeys zeigen, Dauer etwa ¾ Std.
Dann geht es weiter Richtung Las Tunas, wo wir tanken und uns mit einer Pizza stärken. Nach kurzem Fotostop am Revolutionsplatz Weiterfahrt über Holguín und Bayamo nach Santiago de Cuba. Die Strasse ist meist in akzeptablem Zustand, wir sind aber auf der Hut, da ab und zu Schlaglöcher auftreten. In einer Kleinstadt ist die Brücke gesperrt, so müssen wir wie alle steil hinab durch den Fluss, und dann wieder steil hinauf, was ein echtes Problem für die altersschwachen, überladenen russischen Lastwagen darstellt.
Kurz vor Santiago beginnt dann endlich wieder so etwas wie eine Autobahn, wo sich neben den Autos Fussgänger, Fahrradfahrer und Pferdekutschen tummeln.
Wir checken für zwei Nächte im Hotel San Juan ein, einer Bungalowanlage inmitten eines tropischen Gartens. Nach dem Abendessen besuchen wir noch die hoteleigene Cabaret-Show.
Dreizehnter Tag
Santiago de Cuba: Parque Céspedes - Museen
Nach Ausschlafen und Morgenbuffet machen wir uns mit einem Taxi auf den Weg ins Zentrum von Santiago. Die Fahrt mit einem Ortskundigen ist besser, da wir uns in den schmalen Einbahngassen verirren würden.
Wir steigen vor dem Hotel Casa Grande aus, welches direkt am Céspedes-Platz liegt. Wir besichtigen die Casa de Diego Velázquez, die Residenz des ersten kubanischen Gouverneurs, welche 1522 als eines der ersten Gebäude Lateinamerikas fertiggestellt wurde. Der Einfluss des andalusischen Mudéjar-Stils zeigt sich in den mit Holz vergitterten Balkonen, den miradores. Als Schwerpunkt wird vor allem Mobiliar aus wertvollen kubanischen Hölzern gezeigt.
Nach einem kurzen Rundgang um den Platz fahren wir mit dem Aufzug auf die Dachterrasse des Hotels Casa Grande, von wo man eine wunderschöne Sicht über die Altstadt Santiagos hat.
Nach einer kurzen Stärkung im Hotel gehts weiter die Strasse Aguilera hinauf zum Bacardí-Museum. Dort werden Gegenstände aus aller Welt gezeigt, unter anderem Mumien aus Ägypten und Peru oder sogar einen Schrumpfkopf.
Noch ein kleiner Spaziergang zur Padre Pico-Treppe, welche die Ober- von der Unterstadt trennt.
Das Schwimmbad des Hotels lädt am späteren Abend noch zum Bade ein, dann essen wir wieder da zu Abend.
Vierzehnter Tag
Santiago de Cuba: Gran Piedra und Morro
Nach dem Morgenessen gehts Richtung Siboney. Vor der Granjita Siboney, welche Fidel als Unterschlupf diente, biegt die Strasse ab in die Berge. Sie führt uns auf die höchste Erhebung der östlichen Ausläufern der Sierra Maestra, die Gran Piedra. Die Spitze des Berges wirkt wie ein mächtiger Findling und ist nur zu Fuss erreichbar. Die Rundsicht ist einzigartig!
Die Zeit reicht noch vor Mittag, um uns den Strand von Siboney und die Granjita anzusehen.
Dann gehts weiter zum Morro von Santiago, wo wir uns ein Sandwich genehmigen. Das Fort mit dem vollen Namen Castillo de San Pedro de la Roca liegt hoch oben, unmittelbar an der Ostseite der Buchteinfahrt. Architekt war der Italiener Juan Bautista Antonelli, der auch den Morro von Havanna entwarf. In einigen Räumen der Festung wurde ein Piratenmuseum eingerichtet.
Wir gehen früh zurück, da wir wegen Reservierungen im Hotel San Juan das Hotel wechseln müssen. Platz finden wir dann im Hotel Santiago de Cuba, welches seine fünf Sterne bei weitem nicht verdient, abgesehen vom Preis.
Fünfzehnter Tag
Santiago de Cuba Ciego de Ávila
Nach dem Morgenessen im Separée unseres Stockwerks des Hotels Santiago machen wir uns auf den Heimweg. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in Santiago finden wir dann doch noch die Autobahn Richtung Havanna. Es geht zügig voran, gegen Mittag erreichen wir Las Tunas, wo wir eine Pizza als Stärkung zu uns nehmen. Dann geht die Reise weiter. Regen setzt ein und das Mietauto macht mit den ersten Tönen auf sich aufmerksam. Nach dem Überfahren einiger grösserer Pfützen beginnt der Motor zu stottern., und wir denken uns, dass ein bisschen Wasser in den Motor eingedrungen ist, da dieses Stottern nach ein paar Minuten wieder aufhört. Später setzt das Stottern wieder ein und wir vermuten, das es auch am Benzin liegen könnte. Der Angestellte der Mietwagenfirma hatte uns ja gewarnt, an Stelle des teureren Especial das vielleicht verschmutzte, aber billigere Regular zu tanken.
So kommen wir dann gegen Abend in Ciego de Ávila an, wo wir im Hotel Ciego de Ávila übernachten wollen.
Das Schwimmbad ist schön, bis ein fleissiger Kubaner kommt und uns mit einer Wolke Insektenvernichtungsmittel einnebelt und vertreibt.
Sechzehnter Tag
Ciego de Ávila Santa Clara - La Habana
Die Abfahrt von Ciego de Ávila ist um 9 Uhr geplant, wir verspäten uns aber. Die Bezahlung der Hotels gestaltet sich immer etwas schwierig. Irgend etwas stimmt fast immer nicht, es würde sich aber niemand dafür entschuldigen.
Die Fahrt nach Santa Clara verläuft reibungslos. Wir machen die letzte Rast auf dem grossen Zentralplatz, wo sich das Hotel Santa Clara Libre und das 1885 erbaute Teatro Caridad befinden. Wir essen im 5. Stock des Hotels zu Mittag und können beobachten, wie sich ein Kubaner an unserem Auto zu schaffen macht. In der Hoffnung, dass wir, die Touristen, ihm für seine Dienste ein Trinkgeld geben, putzt er immer und immer wieder unser Auto mit seinem dreckigen Lappen. Pech für ihn, denn es begann zu regnen, so dass alles nass wurde und wir hätten bestreiten können, dass er das Auto geputzt hatte. So schlich er sich resigniert davon.
Bald nach Santa Clara fängt das Auto wieder an, zu stottern. Zum Teil wird es so schlimm, dass wir nur mit 60 Stundenkilometern fahren können. Zwei bis drei Mal müssen wir sogar anhalten und den Motor neu starten. Wir fahren durch heftige Tropengewitter. Glücklicherweise fährt das Auto dann bei der Umfahrung von Havanna und durch das Tunnel wieder problemlos. Wir beschliessen, das Auto sofort zurückzugeben und fahren zum Hotel Capri. Die Rückgabe geht zu unserem Erstaunen ohne Probleme vor sich.
Wir gehen sofort schlafen.
Siebzehnter Tag
La Habana: Strand und Besuch des Habana Café
Nach dem Wechseln von weiteren Traveller-Cheques (nur Thomas Cook akzeptiert) im Hotel Habana Libre fahren wir nach Santa María del Mar an den Playas del Este. Vor dem Hotel Tropicoco Beach Club verbringen wir den Nachmittag mit Schwimmen und Sonnenbaden.
Um 19 Uhr nehmen wir ein Taxi und fahren zum Hotel Meliá Cohiba und gehen ins Habana Café. Dieses Kaffee ist den amerikanischen Hard Rock Cafes nachempfunden. Das Essen ist sehr gut, aber für kubanische Verhältnisse zu teuer.
Achtzehnter Tag
La Habana: Markt - Hummeressen
Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang zur Ecke der Strassen C und 19. Dort ist der grösste Lebensmittelmarkt in Vedado. Wir kaufen Reis, Bohnen, Schweinefleisch und Früchte ein. Zur Stärkung genehmigen wir uns ein Erdbeereis, das zwei Pesos kostet.
Den Nachmittag verbringen wir in Habana Vieja, wo wir ein weiteres Mal durch die Gassen schlendern.
Das Nachtessen besteht heute auf Einladung unserer Gastfamilie aus Languste.
Neunzehnter Tag
La Habana: Zoologico Nacional
Mit einem Taxi fahren wir Richtung Flughafen. Bei der Carretera Central biegen wir nach Osten ab. Auch der Chauffeur beschwert sich über die unvorhandene Signalisation. Nach Erfragen des Weges finden wir doch den Feldweg, der uns zum Eingang des Zoologischen Wildparks bringt. Der Eintrittspreis beträgt 5 USD, das Auto und die Insassen inbegriffen. Wir fahren mit dem Auto bis zu einem Parkplatz, wo wir einen Guide mitnehmen müssen. Dann gehts mit dem Auto in ein riesiges Freigehege, wo sich allerlei Tiere aus Afrikas Savanne tummeln. Wir fahren auf einem Weg an Zebras und Straussen vorbei. Nach einer Wegbiegung erblicken wir gleich neben der Fahrbahn drei Nashörner, die im Schatten eines Baumes liegen. Es ist ein komisches Gefühl, nur durch eine verrostete Ladatür von den Dickhäutern getrennt zu sein. Weiter geht die Fahrt durch die Savannenlandschaft, wo wir an Gnus, Giraffen und die in der freien Wildnis fast ausgestorbenen Grevy-Zebras vorbeikommen. Der Guide macht uns darauf aufmerksam, dass sich die Elefanten hinter der nächsten Wegbiegung befinden. Kurz vor dem Ausgang sehen wir noch die Nilpferde, die ein eigenes Schwimmbad haben.
Wir fahren zur Löwengrube. Dort müssen wir in einen Bus umsteigen der uns durch eine Schleuse in das Freigehege der Löwen bringt. Dort liegen etwa 35 Löwen dösend im Schatten. Wieder raus gehen wir zum Zuchtgehege der Raubtiere, wo uns der Wärter eine Privataudienz bei den Löwen gestattet. Wir dürfen mit drei etwa einmonatigen Löwenbabys spielen, während uns die Löwenmutter böse anfaucht und gegen das Gitter springt. Dann wird uns noch Norma vorgestellt, ein achtmonatiges Löwenmädchen.
Weiter gehts in die Anlagen für Affen und weitere Fleischfresser. Diese Gehegeanlage sieht eher aus wie ein Einzelhaftgefängnis für Tiere. Ein erbärmlicher Anblick.
Zwanzigster Tag
La Habana - Varadero - La Habana
Heute steht eine vom Staat organisierte Fahrt nach Varadero auf dem Programm. Preis pro Person 35 USD.
Um halb acht Uhr sind wir in der Eingangshalle des Hotels Habana Libre zur Abfahrt bereit, wie es uns bei der Reservierung am Vortag gesagt wurde. Nach einer Stunde Verspätung gehts dann los. Wir fahren mit einem Kleinbus zuerst nach Habana Vieja, um weitere Fahrgäste aufzunehmen. Dann geht die Fahrt durch den Tunnel und an den Oststränden vorbei Richtung Matanzas. Nach einer Stunde erreichen wir die höchste Brücke Kubas, wo sich auch ein Rastplatz befindet. Dort werden täglich Busse mit mehr als 700 Touristen, die zwischen La Habana und Varadero verkehren, durchgeschleust. Zeit bleibt nur für ein paar Fotos; unmöglich einen Kaffee zu bestellen.
Nach weiteren 30 Kilometern erreichen wir die Stadt Matanzas. Die Verkehrsführung ist behindert, da eine neue Umfahrungsstrasse gebaut wird. Die Fahrt geht dann am Meer entlang und wir erreichen die Hicacos-Halbinsel. Über eine Brücke, die gleichzeitig wie eine Zollstation genutzt wird, erreichen wir Varadero. Kubaner dürfen diesen Checkpoint nur passieren, wenn sie entweder in Varadero wohnen oder aber in einem Hotel angestellt sind. Der Bus bringt uns zu einem Hotel, wo wir auf der Strandterrasse einen Willkommensdrink (Orangensaft mit einem Tröpfchen Rum) erhalten.
Auf eigene Faust wollen wir dann die Halbinsel erkunden. Wir steigen in ein Taxi und lassen uns zur Villa DuPont chauffieren. Heute ist das Gebäude das Restaurante Las Americas und zur Besichtigung geöffnet. Der Golfplatz kann genutzt werden.
Zurück in Varadero-Stadt besichtigen wir noch einen Park, bevor wir uns zum Stadtmuseum begeben. Dort essen wir einen gegrillten Red Snapper. Das Museum zeigt Fotos aus der Entstehungsgeschichte Varaderos und Trophäen verschiedener Sportler.
Nach einem ausgedehnten Bad am wohl schönsten Strand Kubas fahren wir dann gegen Abend wieder nach Havanna.
Einundzwanzigster Tag
La Habana: Letzter Rundgang
Nochmals geht es zu Fuss dem Malecón entlang nach Habana Vieja. Aber wir schaffen es nur noch von einem Drink zum andern. Es wird aber doch fünf Uhr, bis wir wieder zurück sind. Nach dem Duschen gehen wir ein letztes Mal in den Paladar in Centro Habana, wo wir doch so gut bedient worden sind. Nach dem Essen müssen wir packen und gehen dann zu Bett.
Zweiundzwanzigster Tag
Rückreise
Rückflug nach Europa am späten Nachmittag.